
Eigentlich gab es kein größeres Casting in diesem Jahr, dennoch schoß der Film durch den Boden und wurde von den Kritiken zerrissen: Gangster Squad, von Regisseur Ruben Fleischer, mit Ryan Gosling, Nick Nolte, Sean Penn, Josh Brolin und Emma Stone in den Hauptrollen. Der vermeintliche Action-Film des Genres “LA Noir” sollte eine tief brodelnde, dunkle Atmosphäre erzeugen, ganz im Sinne von Drive oder LA Confidential; stattdessen wurde von allen Seiten her morniert, dass der Film zu oberflächlich und gewalttätig sei.
Gangster Squad spielt im verrohten Los Angeles Ende der 40er Jahre. Der Mafiaboss Mickey Cohen – gespielt von Sean Penn – zieht von der Ost- an die US-amerikanische Westküste, um dort seine kriminellen Machenschaften aufzuziehen. Er ist ein Sadist übelster Sorte und liebt es, seine Feinde zu quälen. Er hat die Justiz vollständig in der Hand, schmiert Richter, Polizisten und Anwälte und entkommt so dem Gesetz. Das Machtspiel “Gut gegen Böse” ist das Leitmotiv des Filmes, und es sieht so aus, als könne Cohen Los Angeles an sich reißen. Prostitution, Waffenschmuggel, Drogenhandel, illegale Hinterzimmercasinos: keine Nische der Gewalt und Kriminalität lässt er aus.
Der Polizeichef (Nick Nolte) hat darauf keine Lust mehr. Seine souveränsten Sargeants Wooters und O’Mara (Ryan Gosling und Josh Brolin) zieht er aus dem Dienst ab, um eine Untergrund-Eliteeinheit zu gründen – das Gangster Squad. Ohne Polizeimarken und im inoffiziellen Auftrag sollen sie den Mob von Cohen aufmischen. Sie überfallen seine Geldwäsche-Läden und ruinieren seine Aufträge, sodass ein Krieg auf offener Straße entsteht.
Neben der Storyline gibt es einige Sideplots, wie etwa den brodelnden Wooters und seine Affäre mit Cohens Etikettlehrerin (Emma Stone). Ab hier wird es im Film persönlich, doch kann der Streifen keinerlei Tiefgang beweisen. Statt die Charaktere in ihrer Entwicklung auszubauen, ist Gangster Squad tatsächlich pure Action mit explosiver Gewalt und überstilisierten Horrorszenarien an Brutalität. Das zieht sich über die ganze Filmlänge und macht sogar den hartgesottensten Actionfilmfan ein bisschen mürbe.
Ruben Fleischer, der für seinen Erfolg mit der Komödie Zombieland bekannt wurde, hat sich also ein bisschen verschätzt. Statt einem intelligenten, düsteren Retro-Film zu kreieren, hat er einen Hollywood-Blockbuster erschaffen, der sich nicht lange währen wird. Für alle, die den Film trotzdem – vor allem wegen seiner visuell überzeugenden Qualität – gucken möchten: die DVD erscheint am 24. Mai auf Blue Ray.